Ein Spaziergang durch die BURG KREUZEN

 

Um 1100 zum Schutz der Roder des Nordwaldes und der damaligen Bevölkerung erbaut. Bereits um 900 entstanden die Burgmauern. Zu dieser Zeit wurden viele Burgen entlang der Donau erbaut (Donau war Handelsweg Nr. 1. – Schutzfunktion Burgen)

1147: Bestätigungsbrief: verleiht Otto v. Machland Bischof v. Passau die Pfarre „Chrucin“

 

Baulich war die Burg Kreuzen eine der regelmäßigsten und großartigsten Burgen von OÖ. In ihrer Blütezeit fasste sie 2000 Menschen und im Jahre 1700 hatte sie eine Rüstkammer für 1000 Mann.

Burg Kreuzen war eine Zitadellenburg: östlicher Teil = Hinteres Haus

westlicher Teil = Vorderes Haus (= 14 Jhd. erbaut worden)

dazwischen fester Verbindungstrakt, je eine Kapelle

zwei hohe Türme – jeweils Ost- u. Westburg hatten einen mächtigen Burgfried vorgelagert

doppelte Ringmauern

Bastionen und Streitürme

mächtiger Wasserbrunnen im Burghof: 50 m tief, ab 16 m Tiefe gab es Wasser, Umfang 20 m – großes Wasserreservoir

Burg wurde nie erobert

Burg diente friedlichen und humanitären Zwecken – stets als Schutz für die Menschen in bedrängten Zeiten: zB Türkenbedrohung 1526, Pestzeit: 1682 flüchtete Kaiser Leopold II. mit seinem ganzen Hofstaat vor der in Wien herrschenden Pest nach Kreuzen

 

Herrscher u. Entwicklung der Burg:

  1. Machländer = ausgestorben

 

  1. Ab 1233 – 1482: Volkersdorfer: erster war: Otto II von Volkersdorf (Wappen: ein Kreuz zwischen 2 mit Hermelin überzogenen Büffelhörnern), letzter war: Georg v. Volkersdorf (Er ließ 1490 die Pfarrkirche umbauen)

 

  1. 1482: Verkauf an Prüschek (1482 wurde Kreuzen zum Markt erhoben, Stadtrecht Grein – dort war Bruder

 

  1. 1518 – 1537: Verkauf an Schweinpöcker: Überlieferung, dass im 16. Jhd. zwei feindliche Brüder – die letzten Schweinpöcker – einander ums Leben brachten. Einer war Protestant, der andere Katholik. Sie teilten sich den Besitz und die Güter der Burg. Katholik wohnte im Hinteren Haus, der Protestant im Vorderen Haus. Blutige Tat passierte, als sie sich auf halben Weg zwischen Burg und Markt Kreuzen begegneten. Heute erinnert ein massives Andreaskreuz von Granit (Villa-Böck-Weg) daran. (Das Kreuz steht an dieser Stelle.)

 

  1. 1537: Grafen von Meggau: 1. Helfried = Landeshauptmann v. Österreich ob der Enns – Grabstein in Pfarrkirche, 1565: Graf Ferdinand v. Meggau – stiftete Armenhaus – ebenfalls in Kirche begraben, 1619: Kreuzen wurde zur Grafschaft erhoben, letzter Meggauer = Leonhard Helfrich hatte auch Greinburg in Besitz

 

  1. 1615: Grafen Bräuner (50 Jahre im Besitz von Burg Kreuzen) durch Heirat (Tochter der Meggauer heiratete Bräuner)

 

  1. 1665: Verkauf an Dietrichstein

 

  1. 1701: Grafen Cavriani und Salburg – hatten Grein + Kreuzen, 1776 – wurde Teil der Burg abgetragen! Ein spekulativer Beamter ließ Vorderes Haus abtragen, um das Material nach Wien zu verkaufen. Der Erlös war aber geringer als die Kosten des Abbruchs.

 

  1. 1817: Bürgermeister Michael Fink („Heufink“ genannt) = erster nicht adeliger Burgherr

 

  1. 1823: Herzöge von Sachsen-Coburg-Gotha: Beginn der Kurgeschichte des Marktes Kreuzen. Kurtradition seit 1846! Der damalige Rentverwalter Haberkorn (Herrscher war Herzog Ernst v. Sachsen-Coburg-Gotha), ließ in der heutigen Wolfsschlucht eine Dusche und ein Regenbad zur Heilung seiner Beschwerden einbauen. Er war es auch, der den damaligen Wundarzt Dr. Maximilian Keyhl bewog, bei Priessnitz die Kurmethode und Behandlung mit kaltem Wasser zu erlernen. Unter dem Burgherr Herzog Ernst v. S. C. u. Gotha wurde die zur Burg gehörende Hoftaverne in eine Kaltheilwasseranstalt umgebaut sowie die Badeeinrichtungen in der Wolfsschlucht geschaffen – BEGINN DER KURTRADITION!

Seit 1972 leiten die Marienschwestern vom Karmel ein Kneippkur- u. Erholungsheim in Bad Kreuzen.

 

1880: Feuer – Dachstuhl des Hochschlosses brannte:

Wind und Wetter konnten ungehindert in den dachlosen Bau eindringen und der Verfall der Burg setzte ein.

 

Einsetzen des Verfalls der Burg

 

11. 1965: Kauf der Burg durch Bürgermeister Ferdinand Riegler (Grundtausch)

 

 

Geschichte der Burg Kreuzen(von Jung Monika)

 

Burg Kreuzen soll bereits um das Jahr 900 als Fliehburg gebaut worden sein, urkundl. erwähnt zum ersten Mal im 12. Jh. In einem Brief erscheint ein Pilgrim de cruce.

Im Jahre 1140 besetzte Otto von Machland die Pfarre Kreuzen; 1209 scheint ein Herman von Kreuzen, der seinen Besitz dem Kloster Baumgartenberg schenkte, auf. So ist anzunehmen, dass die Erbauer und ersten Besitzer der Burg Kreuzen aus dem Geschlecht der Machländer stammten. Das Wappen der Machländer ist im Hof auf der Sonnenuhr zu sehen.

Mit den Volkersdorfern wurde 1233 diese Familie in Kreuzen ansässig. Georg Volkersdorfer, der letzte dieses Geschlechts, ließ 1490 die Pfarrkirche umbauen. Er verkaufte seinen Besitz an die Brüder Prüschenk. Sie hatten großen Einfluss beim Kaiser und erreichten, dass das Dorf Kreuzen 1482 zum Markt erhoben wurde. Heinrich von Prüschenk wurde mit der Grafschaft Machland belehnt und ließ in Grein ein neues Schloss erbauen. Grein wurde das Stadtrecht verliehen – 1492

Von den Prüschenks ging der Besitz an Adam Schweinpöck und im Jahre 1537 an die Grafen von Meggau.

Graf Ferdinand von Meggau stiftete 1565 das Armenhaus in Kreuzen – Holz in der Burgschenke.

Sein Grabstein ist in der Pfarrkirche von Kreuzen zu sehen. Unter dem Hochaltar befand sich früher die Meggauergruft. Im frühen 17 Jh. waren die Meggauer in Besitz von 1/3 aller Grundherrschaften im Machland. Durch Heirat kam dann Kreuzen in den Besitz der Grafen Bräuner und Dietrichstein,

1701 an die Grafen Cavriani und Salburg

1776 ließ Rudolf Graf Salburg einen Teil des hinteren westlichen Trakts abtragen um das Material für den Bau von Schloss Laxenburg zu verkaufen, bis man drauf kam, dass der Erlös geringer war als die Kosten des Abbruches und des Transports.

1817 kaufte der Heinburger Bürgermeister Michael Fink die Burg Kreuzen. Endlich wurden 1823 die Herzöge von Sachsen-Coburg und Gotha Besitzer der Herrschaft Kreuzen, Greinburg und Ruttenstein.

Baulich war das Schloss Kreuzen eine der großartigsten Burgen OÖ – war zweitgrößte Wehranlage OÖ.

Sie wurde auf einem Granitrücken als Zitadellenburg errichtet; d. h. es gab einen östlichen Teil und einen westlichen Teil, der jeweils von einer Burg begrenzt wurde, dazwischen war ein fester Verbindungstrakt mit je einer Kapelle für das vordere und hintere Schloss. Die gesamte Anlage war ca. 120 m lang.

Die Burg Kreuzen besaß doppelte Ringmauern und mehrere Bastionen und Streittürme. Nachdem man durch doppelte feste Tore ins Innere gelangt war, glaubte man sich in einem Städtchen wieder zu finden in dem zwei hohe Türme über teils hohe, teils niedere Gebäude hinausragte, denn sowohl die Ost als auch die Westburg hatten einen Burgfried. An der Südseite des Hofes befindet sich heute noch der mächtige Wasserbrunnen mit einer Tiefe von 50 m der Wasserstand beträgt jetzt noch 17 m.

Burg Kreuzen konnte nie erobert werden und diente in bedrängten Zeiten immer humanitären und sozialen Zwecken. Zur Zeit der Türkenbelagerung diente unsere Burg als Zufluchtsstätte für wehrlose Leute. Dafür sprechen noch die vielen kleinen Kemenaten und Keller, die von robotpflichtigen Bauern aus dem Urgestein herausgemeiselt wurden. Auch Kaiser Leopold flüchtete 1682 als in Wien die Pest herrschte, mit seinem ganzen Hofstaat auf die Burg Kreuzen. Und im Burggarten zogen die edlen Schlossfrauen manch heilsames Kraut, um ein Tränklein daraus zu brauen zur Heilung von Wunden und Krankheiten. Das war der Anfang der Kaltwasserheilanstalt in Kreuzen. Unter den Coburgern entstand im Jahre 1846 in der Burg gehörenden Hoftaverne nach dem Heilverfahren des Naturheilkundlers Vinzenz Prießnitz die Kaltwasserheilanstalt Bad Kreuzen. Die Bäder und Duschen befanden sich in der nahen Wolfsschlucht.

Das Schloss diente zu Kanzleien und Beamtenwohnungen sowie für Kurgäste der Heilanstalt.

1880 ist ein Teil des Dachstuhles verbrannt und begann zu verfallen

1965 erwarb der damalige Bürgermeister Riegler die ruinöse Burganlage durch Grundtausch von den Coburgern

 

1974: Kauf der Burg durch den „Fremdenverkehrsverband“ (heute Tourismusverband)

sofortige Dachsanierung (1974 – 1975)

ständige Sanierungsarbeiten und Wiederaufbau der Burg:

z.B.

1976: Errichtung einer Toilettenanlage und Restaurierung der Fassade des Arkadenhofs

1977: Neuanlage des Seerosenteiches

1978: Ausbau des ersten Burgsaales und Errichtung des Musikpavillons

1979-1980: Beginn mit dem Ausbau der Jugendherberge

1981: Umdeckung des Torturmes und Sanierung des Tores

1982: Verputz, Pflasterung, Fußböden, Türen der Jugendherberge; Ausstellung „500 Jahre Markt Kreuzen – von der Ritterzeit zur Kaltwasserheilanstalt“ in den fertigen, leeren Räumlichkeiten der Jugendherberge

1983: Eröffnung der Jugendherberge und Sanierung des eingestürzten Kellerzuganges

1984: Schaffung von Abstellräumen in den Arkaden

1985: Stützmauer beim Aufgang zur Burgkapelle; Lagerfeuerplatz

1986: Burgfriedausbau –

1987: Eröffnung des Kulturzentrums für die Kunstschaffenden „Kunst und Handwerk“ der Region + Aussichtsterrasse, Fertigstellung des Rohbaus der Radlerherberge im Torturmtrakt

1988: Ausbau des Dachgeschosses über der Burgschenke als Sonderausstellungsraum

1989: Eindeckung der Radlerherberge; Einrichtung der Burgkapelle

1990: Ausbau und Einrichtung der Radlerherberge

1991: Eröffnung der 25bettigen Radlerherberge

1992: Auflage eines Burgprospektes für die Jugend- und Radlerherberge

1993: Ausbau der Wohnung im Obergeschoß des Torturmes und Einbau von Abstellräumen in der Radlerherberge

1994: Fertigstellung und Vermietung der Torturmwohnung im Obergeschoß, Sanierung des Burgkellers

1995: Renovierung und Vermietung der Wohnung im Turmtrakt, Ausbau des Burgkellers

1996: Anschluss an das öffentl. Kanalnetz

1997: Sanierung der nördl. Burgauffahrt und dazwischen Kanalarbeiten

2003: Burghofpflasterung, Sanierung des Dachstuhls und des Rittersaals nach dem Unwetter am 23. Juni 2003, Hofzufahrt neu (hinten); Abdichten des Turmdaches –

Neugestaltung des Aussichtsplateaus

2004: Außenfassade der Jugend- und Radlerherberge, Ergänzung der Burgaußenmauer,

Straßenbeleuchtung und Burganstrahlung

 



 

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